Charakteristisch für ein sind folgende Augenveränderungen:
1. Verengung der Pupille (Miosis)
2. Herabhängen des Oberlides (Ptosis)
3. Zurücksinken des Auges in die Augenhöhle (Enophthalmus) mit Vorfall des dritten Augenlides (Nickhaut)

Horner-Syndrom

Das Horner-Syndrom wird durch eine Schädigung des Sympathikusanteils, der den Augenbereich versorgt, hervorgerufen. Diese Nerven haben ihren Ursprung im Gehirn und ziehen durch das Rückenmark (Halsmark) bis auf die Höhe der Vordergliedmaßen. Hier verlassen sie das zentrale Nervensystem und wandern neben der Wirbelsäule wieder hoch zum Schädel, wo sie nach Umschaltung der Nerven in einem Ganglion nahe dem Mittelohr schließlich am Auge enden. Durch Ausfälle entlang dieses anatomischen Verlaufs der sympathischen Innervation kann man zentrale, präganglionäre und postganglionäre Läsionen unterscheiden.

Die Ursachen für ein Horner-Syndrom sind vielfältig. Bei Hunden und Katzen werden u.a. eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose), Tumoren im Bereich des Gehirns und Brustraums, eine Mittelohrentzündung, seitliche Halsmarkerkrankungen, Verletzungen von Kopf, Hals und Brustraum sowie Ausriss der Plexusnerven an einer Vordergliedmaße (Plexusavulsion) genannt. Häufig bleibt die Ursache jedoch unklar. Ein sogenanntes idiopathisches Horner-Syndrom wird insbesondere beim Golden Retriever beschrieben.


Die Diagnose erfolgt anhand des typischen Erscheinungsbildes. Besteht das Horner-Syndrom seit mindestens einer Woche, kann die Lokalisation der Erkrankung mit pharmakologischen Tests (Phenylephrin-Augentropfen) näher bestimmt werden. Bei einem zentralen und präganglionären Horner-Syndrom sollten weitere spezielle Untersuchungen wie Röntgen von Hals und Brustraum, Computertomographie (CT) bzw. Magnetresonanztomographie (MRT) vom Schädel- und Halsbereich und eine Liquoruntersuchung vorgenommen werden. Postganglionäre Läsionen stehen häufig im Zusammenhang mit Erkrankungen im Bereich der Augenhöhle oder des Mittelohres. Entsprechende diagnostische Schritte wie eine Augenuntersuchung, eine Ohruntersuchung (Otoskopie), Röntgen beider Mittelohren und CT / MRT des Kopfbereiches mit Liquorpunktion werden daher empfohlen.


Die Therapie stützt sich auf die Behandlung der auslösenden Grundkrankheit. Eine spezifische Therapie des Horner-Syndroms ist nicht möglich. Das idiopathische Horner-Syndrom hat eine günstige Prognose. Häufig kommt es zur spontanen Heilung im Verlauf von wenigen Monaten.

 

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